Zwei Wochen sind vergangen und ich habe immer noch keine Wohnung. Ich bin kurz davor, einen Aufruf zu starten, wer mich bei sich für einige Zeit aufnehmen könnte. Dafür wären natürlich Witze den ganzen Tag lang garantiert. Spaß beiseite, was soll ich nur tun?! In zwei Wochen muss ich meine Wohnung verlassen. Die neuen Mieter scharren doch schon mit den Hufen. Ich kann es bis hierher hören. Die Geier! Sag mir doch mal bitte einer, was ich jetzt machen soll?!
Langsam aber sicher macht sich bei mir wirklich Verzweiflung breit. Letzte Woche konnte ich mir noch zwei Wohnungen ansehen. Beide hatten sich schon nicht ganz so gut angehört. Aber, was soll ich machen, zu viel Zeit bleibt mir einfach nicht mehr und damit auch nicht zu viel Auswahl. Ich kann jetzt einfach nicht mehr warten bis die Traumwohnung kommt. Aber die könnte ich mir wahrscheinlich eh nicht leisten. Wie auch immer, die eine Wohnung war auf jeden Fall so häßlich, damit konnte ich mich nicht einmal in meiner - zugegebenermaßen - Notsituation anfreunden. Alles war mit Teppich ausgelegt, so fing es schon mal an. Und das war kein neuer schöner Teppich, das könnt ihr mir glauben! Das Bad war in zartem Olive gehalten, eine Küche mit wenigstens einem Herd war gleich gar nicht vorhanden. Das muss nun wirklich nicht sein! Die zweite Wohnung war dann etwas besser und ich hätte sie auch genommen. Aber natürlich haben sich auch noch gefühlte tausend andere Leute auf die Wohnung beworben und bekommen hat sie dann jemand anderes! Was soll ich jetzt nur tun? Morgen ist noch eine weitere Besichtigung, vielleicht habe ich da mehr Glück!
Heute mal ein anderes Thema. Es ist eben nicht immer nur lustig - auch in meinem Leben nicht. Ich will euch verraten, worum es geht. Ich bin auf der Suche nach einer neuen Wohnung und ich hätte nie gedacht, dass das so schwierig werden könnte. In meiner alten Wohnung - also eigentlich ist es noch meine Wohnung, ich habe nämlich noch keine neue gefunden, aber dazu später mehr - habe ich jetzt zehn Jahre lang gewohnt. Und damals war es noch nicht so schwer gewesen, eine Wohnung zu finden. Ich hatte mir die Zeitung gekauft, die Anzeigen durchgelesen, bei ein paar Wohnungen angerufen. Gleich am nächsten Tag konnte ich dann zwei Wohnungen besichtigen und die zweite ist es dann auch geworden. So einfach war das.
Das ist heute anscheinend nicht mehr so, das weiss ich jetzt auch. Heute sucht man wohl auch überwiegend im Internet. Ich war auf einer dieser Seiten und habe sogar eine Wohnung gefunden, die meinen Vorstellungen entspricht und auch nicht allzu teuer war. Also habe ich da angerufen. Am Telefon hat man mir dann gesagt, dass die Wohnung schon weg sei. Gerade mal nach ein paar Stunden. Und das sei auch nicht so außergewöhnlich. Man müsse eben schnell sein. Aber was, wenn man tagsüber arbeiten muss und erst abends für die Wohnungssuche Zeit hat, habe ich mir gedacht. Sind dann alle schon weg?! Ich muss auf jeden Fall nächsten Monat ausziehen. Das konnte ja keiner wissen, dass sich die ganze Sache mit der Suche so schwierig gestalten würde! Also, das finde jetzt auch ich nicht mehr lustig! Zum Lachen ist mir gerade nun wirklich nicht mehr zumute!
Meine Zweifel wachsen. Gestern abend hatte ich wieder eine Auftritt. Ort des Geschehens diesmal: eine Sitzung des katholischen Männervereins Neukölln. Noch nie davon gehört? Ich auch nicht. Es gibt sie aber, diese katholischen Männervereine. In ganz Deutschland. Nun ist es ja so, dass man da schon im Vornherein nicht das am meisten zum Scherzen aufgelegte Klientel erwartet. Großer Vorteil jedoch, der wenigstens kurz am Rande erwähnt sein soll - so viel Zeit muss sein: Keine Frauen! Nach den traumatischen Erfahrungen der vergangenen Wochen - treue Leser werden sich mit Sicherheit erinnern - ist es beruhigend, nicht diesen ständigen Erfolgsdruck “Wie kommen meine Witze bei den Frauen an? Wird heute endlich eine mal Lachen, nicht nur aus Höflichkeit, sondern weil sie mich wirklich lustig findet?” im Nacken sitzen zu haben!
ich hatte also einen Auftritt beim katholischen Männerverein Neukölln. Ich hätte es mir eigentlich denken können und vielleicht auch im Vorfeld mich etwas besser vorbereiten können. Das weiss ich jetzt. Was ich auch weiss, ist, dass religiös angehauchte Witze bei solch einem Publikum auf keine allzu große Gegenliebe stoßen. Folgender Witz war der Stein des Anstoßes: Sagt ein katholischer Pfarrer zu seinem Kollegen:”Meinst du, wir erleben es noch, dass das Zölibat abgeschafft wird?” Schüttelt der andere bedächtig seinen Kopf und sagt: Wir nicht, aber unsere Kinder.”
Da gibt man sich so viel Mühe, das Publikum miteinzubeziehen und dann so was! Man hat mich doch tatsächlich gebeten, meine Show vorzeitig zu beenden. Es ist eine Schande! Den ein oder anderen Kracher hätte ich nämlich noch auf Lager gehabt. Nur hören wollte die dann niemand mehr! Was ist nur los? Und viel wichtiger die Frage: werden sie mir meine Gage trotzdem überweisen?
“Du bist nicht komisch!” Das hat gesessen. “Wie gefällt Ihnen denn Ihr neues Fertighaus?” wird die junge Frau von ihrer Nachbarin gefragt. “Sehr gut,” antwortet sie, “seit wir drin wohnen, haben wir uns noch kein einziges Mal gestritten.”
“Wie kommt denn das?” fragt die neugierige Nachbarin verwundert. “Wir trauen uns nicht, etwas gegen die Wand zu werfen!”
Gut, ich seh es ein, das war wahrscheinlich nicht der beste Witz in meinem grandiosen Witzrepertoire. Auch bei einem Witze Horst kann nicht jeder Gag ein Brüller sein. Aber muss die Kritik deswegen gleich so harsch und radikal ausfallen. Habe nicht auch ich Gefühle? Gefühle, die es zu verletzten zu vermeiden gilt? Das hätte man nun wirklich auch charmanter formulieren können. Auch noch eine Frau war es, die mich so äußerst rüde angegriffen hat. Das tut doppelt weh. Erstens erwartet man doch gerade von Frauen etwas mehr Feingefühl. Und zweitens möchte doch jeder Mann - auch und gerade Witze Horst - der Damenwelt mit seinem Charme und Humor imponieren. Das ist mir mit diesem Witz anscheinend eher nicht gelungen.
Vielleicht gibt es aber auch eine ganz andere Erklärung für das Unverständnis meiner Komik. Weiss Frau überhaupt was ein Fertighaus ist? Versteht mich jetzt bitte nicht falsch. Das ist keinesfalls sexistisch gemeint. Es war nur so ein Gedanke. Sei’s drum, ich werde darüber hinwegkommen. Häufen dürfen sich diese - man kann es nicht anders nennen - Auschreitungen allerdings nicht. Sonst vergeht auch mir irgendwann das Lachen! Oder bin ich etwa zu sensibel für den Beruf eines Sprücheklopfers? Habe ich meinen Beruf verfehlt? Habe ich meinen Witz verloren? Und wenn ja, wo? Und wann?
“Du bist nicht komisch!” Das hat gesessen. “Wie gefällt Ihnen denn Ihr neues Fertighaus?” wird die junge Frau von ihrer Nachbarin gefragt. “Sehr gut,” antwortet sie, “seit wir drin wohnen, haben wir uns noch kein einziges Mal gestritten.”
“Wie kommt denn das?” fragt die neugierige Nachbarin verwundert. “Wir trauen uns nicht, etwas gegen die Wand zu werfen!”
Gut, ich seh es ein, das war wahrscheinlich nicht der beste Witz in meinem grandiosen Witzrepertoire. Auch bei einem Witze Horst kann nicht jeder Gag ein Brüller sein. Aber muss die Kritik deswegen gleich so harsch und radikal ausfallen. Habe nicht auch ich Gefühle? Gefühle, die es zu verletzten zu vermeiden gilt? Das hätte man nun wirklich auch charmanter formulieren können. Auch noch eine Frau war es, die mich so äußerst rüde angegriffen hat. Das tut doppelt weh. Erstens erwartet man doch gerade von Frauen etwas mehr Feingefühl. Und zweitens möchte doch jeder Mann - auch und gerade Witze Horst - der Damenwelt mit seinem Charme und Humor imponieren. Das ist mir mit diesem Witz anscheinend eher nicht gelungen.
Vielleicht gibt es aber auch eine ganz andere Erklärung für das Unverständnis meiner Komik. Weiss Frau überhaupt was ein Fertighaus ist? Versteht mich jetzt bitte nicht falsch. Das ist keinesfalls sexistisch gemeint. Es war nur so ein Gedanke. Sei’s drum, ich werde darüber hinwegkommen. Häufen dürfen sich diese - man kann es nicht anders nennen - Auschreitungen allerdings nicht. Sonst vergeht auch mir irgendwann das Lachen! Oder bin ich etwa zu sensibel für den Beruf eines Sprücheklopfers? Habe ich meinen Beruf verfehlt? Habe ich meinen Witz verloren? Und wenn ja, wo? Und wann?
Leute, schnallt euch an, jetzt wirds lustig! Ein Witz jagt den anderen, dafür bin ich bekannt. Mann nennt mich ja auch nicht umsonst Witze Horst. Dass alleine ist schon ziemlich lustig, wie ich finde. Natürlich heiße ich nicht wirklich Horst - das ist nur mein Künstlername. So wie Voll-Horst, guck mal der sieht aus wie Horst. ihr seht schon, mich zum Horst zu machen, ist meine Spezialität, meine Berufung im Leben. Irgendjemand muss ja schließlich für etwas Unterhaltung in unserer Welt sorgen.
Natürlich, es ist nicht immer einfach, auf Kommando lustig sein zu müssen. Besonders schwierig wird es, wenn das Publikum etwas, nennen wir es träge ist. An meinen Witzen kann das jedenfalls nicht liegen. Letzte Woche hatte ich einen Auftritt in einem Altersheim. Nicht nur, dass bei solchen Aufträgen die Bezahlung traditionell eher schlecht ist. Das Publikum neigt auch etwas zu Lethargie. Da muss man schon selbst mal als Lautester lachen. Aber ich kann nicht behaupten, dass solche Auftritte mir keinen Spaß machen. ich lebe für den Witz und wenn keiner lacht, lach immer noch ich!
Überhaupt, wieso füllt ein Mario Barth das Olymiastadium und ein Witze Horst kämpft um jeden müden Lacher im Altersheim? Immer diese Frau-Mann-Geschichten, das will doch kein Mensch mehr hören! “Meine Freundin…kennste, kennste, kennste.” Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass Mario Barth gar keine Freundin hat! Skandal! Dann ist er nicht nur unlustig , sondern auch noch ein Betrüger, der seine Gags, die keine sind, auf Lügengerüsten baut. Der soll sich was schämen. Ich habe auch keine Freundin, aber ich tu wenigstens nicht so! Hab ich auch gar nicht nötig, Frauen stehen ja bekanntlich auf Männer mit Humor!